Manche Journalisten schreiben so lange eine Kolumne, dass sie selbst zur Institution werden – Harald Martenstein ist so einer. 24 Jahre lang prägte er mit seiner wöchentlichen Glosse im ZEITmagazin den Ton des bürgerlichen Feuilletons, bis er 2023 überraschend aufhörte; dieser Text zeichnet seinen Weg nach und fragt nach den Gründen für den Bruch.

Geburtsdatum: 9. September 1953 ·
Geburtsort: Mainz ·
Hauptberuf: Journalist, Schriftsteller, Kolumnist ·
Bekannt für: Kolumne im ZEITmagazin (24 Jahre) ·
Aktuelle Tätigkeit: Podcast bei radioeins, Kolumnist beim Tagesspiegel

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Die genauen Gründe für das Ende der ZEIT-Kolumne
  • Seine politischen Überzeugungen jenseits öffentlicher Äußerungen
  • Eine angebliche Nähe zur AfD
3Zeitleisten-Signal
  • 1999–2023: Kolumne im ZEITmagazin (Wikipedia – Karriere)
  • Februar 2022: Abschied vom Tagesspiegel nach Löschung einer Kolumne (taz)
  • 2023: Ende der ZEIT-Kolumne (Wikipedia – Karriere)
4Wie es weitergeht
  • Podcast bei radioeins – weiterhin aktiv
  • Kolumnist beim Tagesspiegel und bei der Welt am Sonntag
  • Keine Rückkehr zur ZEIT absehbar

Die wichtigsten Daten zu Harald Martenstein im Überblick:

Steckbrief: Harald Martenstein auf einen Blick
Merkmal Wert
Vollständiger Name Harald Martenstein
Geburtsdatum und -ort 9. September 1953, Mainz
Haupttätigkeiten Journalist, Schriftsteller, Kolumnist, Podcaster
Bekannt für Kolumne „Martenstein“ im ZEITmagazin (1999–2023)
Aktuelle Medien Tagesspiegel (Kolumnist), Welt am Sonntag („Neben der Spur“), radioeins (Podcast)
Auszeichnungen Egon-Erwin-Kisch-Preis (2004), Curt-Goetz-Ring (seit April 2010)
Politische Einordnung Bürgerlich-konservativ, keine Parteimitgliedschaft belegt
Wohnort Berlin

Wer ist Harald Martenstein?

Herkunft und Ausbildung

  • Harald Martenstein wurde am 9. September 1953 in Mainz geboren (international literature festival berlin).
  • Er studierte Geschichte und Germanistik, bevor er in den Journalismus einstieg.
  • Seine Karriere begann er als Redakteur bei der Stuttgarter Zeitung (1981–1988) (Wikipedia – Harald Martenstein).
  • Anschließend wechselte er zum Tagesspiegel in Berlin, wo er von 1988 bis 1997 als Redakteur arbeitete (Wikipedia – Karriere).

Karriere als Journalist und Buchautor

  • Seinen Durchbruch als Kolumnist feierte Martenstein ab 1999 mit der wöchentlichen Glosse „Martenstein“ im ZEITmagazin (Wikipedia – Karriere).
  • Parallel dazu schrieb er mehrere Bücher, darunter Romane und Sachbücher, die oft seinen ironischen Blick auf die Gesellschaft widerspiegeln.
  • Für seine Arbeit erhielt er 2004 den renommierten Egon-Erwin-Kisch-Preis und seit April 2010 den Curt-Goetz-Ring (Wikipedia – Auszeichnungen).

Die Kombination aus konservativem Grundton und spitzer Feder machte Martenstein zu einer festen Größe im deutschen Feuilleton – ein Autor, den man entweder liebte oder ablehnte. Das Muster: Ein bürgerlicher Intellektueller, der den Zeitgeist kritisch begleitet, ohne sich politisch vereinnahmen zu lassen.

Warum hat Martenstein die ZEIT verlassen?

Das Ende einer Ära: 24 Jahre Kolumne

  • Im Jahr 2023 beendete Martenstein seine Kolumne im ZEITmagazin nach 24 Jahren (taz).
  • Der genaue Grund wurde von der ZEIT oder Martenstein selbst nicht offiziell genannt.
  • In seiner letzten Kolumne trug der Titel „Warum jetzt sogar vor Obst gewarnt wird“ – eine satirische Abrechnung mit gesellschaftlicher Risikowahrnehmung.

Gründe für den Abschied

  • Bereits im Februar 2022 hatte Martenstein seinen Abschied vom Tagesspiegel angekündigt, nachdem die Chefredaktion eine seiner Kolumnen nachträglich gelöscht hatte (taz).
  • Die Löschung löste eine Debatte über Pressefreiheit und Grenzen des Satirischen aus.
  • Martenstein wechselte daraufhin zur Welt am Sonntag, wo er seit März 2022 die Kolumne „Neben der Spur“ schreibt (Wikipedia – Karriere).

Die Implikation: Martensteins Abschied von der ZEIT dürfte weniger ein einmaliger Bruch sein als der Höhepunkt einer wachsenden Kluft zwischen seinem konservativen Stil und dem zunehmend sensiblen redaktionellen Umfeld großer deutscher Medienhäuser.

Welche politische Ausrichtung hat Harald Martenstein?

Einordnung seiner Positionen

  • Martenstein wird in der öffentlichen Wahrnehmung oft als bürgerlich-konservativ beschrieben (Tagesspiegel).
  • In einem Tagesspiegel-Beitrag von 2020 schrieb er den Satz: „Ich bin gegen Gleichheit“ (Tagesspiegel).
  • Er äußerte sich wiederholt kritisch zu Political Correctness und Gender-Themen und erklärte, dies biete „großes komisches Potenzial“ (Tagesspiegel).

Debatten um Nähe zur AfD

  • Eine formelle Parteimitgliedschaft in der AfD ist für Martenstein nicht belegt.
  • Berichte über eine angebliche Nähe bleiben spekulativ; er selbst hat sich nie öffentlich als AfD-Anhänger positioniert.
  • Seine Haltung wird oft als skeptisch gegenüber Identitätspolitik beschrieben, nicht als rechtspopulistisch.

Was das bedeutet: Martenstein besetzt eine Nische, die im deutschen Journalismus rar geworden ist – der konservative Individualist, der keine Berührungsängste mit provokativen Thesen hat, ohne sich in parteipolitische Lager einordnen zu lassen. Das macht ihn angreifbar, aber auch unabhängig.

Was macht Harald Martenstein heute?

Podcast bei radioeins

  • Martenstein betreibt einen regelmässigen Podcast bei radioeins – ein Format, das aktuelle gesellschaftliche Themen aus seiner Sicht beleuchtet (international literature festival berlin).
  • Der Podcast wird auch nach dem Abschied von der ZEIT fortgesetzt.

Kolumnentätigkeit beim Tagesspiegel und der Welt am Sonntag

  • Für den Tagesspiegel schreibt Martenstein weiterhin über das politische, kulturelle und gesellschaftliche Leben in Deutschland (Tagesspiegel – Autorenseite).
  • Seit März 2023 erscheint seine Kolumne „Neben der Spur“ in der Welt am Sonntag (newsroom.de – Meldung zu Martensteins neuer Kolumne).
  • Seine publizistische Tätigkeit bleibt also trotz der Medienwechsel intensiv.

Die Konsequenz: Martenstein ist kein Ruheständler. Er hat sich aus den grossen Feuilleton-Redaktionen zurückgezogen, aber seine Stimme bleibt präsent – über Podcasts und kleinere Kolumnen. Das zeigt ein Modell für erfahrene Journalisten, die nicht mehr in das immer jünger werdende Redaktionsprofil passen.

Warum wird jetzt sogar vor Obst gewarnt?

Fünf Daten, die für sich sprechen: Martensteins letzte ZEIT-Kolumne erschien 2023 und trug den Titel „Warum jetzt sogar vor Obst gewarnt wird“. Der Text persiflierte die gesellschaftliche Hypertrophie von Risikowarnungen – eine ironische Zuspitzung, die für seinen Stil typisch war. Die Debatte darüber zeigte, wie sehr sich das Feuilleton und sein Publikum auseinanderentwickelt haben. Der Trade-off: Martenstein gewann an Authentizität, verlor aber sein Stammpublikum.

Zeitleiste

  • 1953 – Geburt in Mainz
  • 1981–1988 – Redakteur bei der Stuttgarter Zeitung (Wikipedia – Karriere)
  • 1988–1997 – Redakteur beim Tagesspiegel in Berlin (Wikipedia – Karriere)
  • 1999–2023 – Kolumne „Martenstein“ im ZEITmagazin (Wikipedia – Karriere)
  • 2004 – Egon-Erwin-Kisch-Preis (Wikipedia – Auszeichnungen)
  • April 2010 – Curt-Goetz-Ring (Wikipedia – Auszeichnungen)
  • Februar 2022 – Abschied vom Tagesspiegel nach Löschung einer Kolumne (taz)
  • März 2022 – Beginn der Kolumne „Neben der Spur“ in der Welt am Sonntag (Wikipedia – Karriere)
  • 2023 – Ende der ZEIT-Kolumne
  • Aktuell – Podcast bei radioeins, Kolumnist beim Tagesspiegel und bei der Welt am Sonntag

Klarheit über Fakten und Gerüchte

Bestätigte Fakten

  • Harald Martenstein ist deutscher Journalist (international literature festival berlin).
  • Er schrieb 24 Jahre für das ZEITmagazin (Wikipedia – Harald Martenstein).
  • Er betreibt einen Podcast bei radioeins (international literature festival berlin).
  • Er lebt in Berlin (Wikipedia – Leben).

Was unklar ist

  • Die genauen Gründe für das Verlassen der ZEIT.
  • Seine genauen politischen Überzeugungen jenseits öffentlicher Äußerungen.
  • Eine angebliche Nähe zur AfD (nicht belegt).
  • Die genauen Studienfächer (Geschichte und Germanistik) sind nicht durch Primärquellen belegt.

Stimmen zu Harald Martenstein

„Heftige Angriffe aus der Leserschaft sind für mich kreativitätsfördernd. Ich mache mich über Political Correctness und Gender lustig, weil sie großes komisches Potenzial haben.“

— Harald Martenstein im Gespräch mit dem Tagesspiegel

„Ich bin gegen Gleichheit. Die zunehmende Eintönigkeit der Welt ist beunruhigend.“

— Harald Martenstein im Tagesspiegel (2020)

In einem Tagesspiegel-Beitrag berichtete Martenstein, dass er anfangs Kritiker war und seit 20 Jahren Kolumnen über die Berlinale schreibe (Tagesspiegel).

Für deutsche Medienkonsumenten, die Martenstein seit den 1990er Jahren lesen, ist das Fazit klar: Ein Umbruch im Feuilleton zwingt konservative Stimmen in neue Kanäle – entweder Anpassung oder der Schritt in die Nische. Martenstein hat sich für die Nische entschieden, und sein Publikum muss ihm dorthin folgen oder es lassen.

Fazit: Harald Martenstein ist mehr als ein Kolumnist – er ist ein Symbol für den Wandel des deutschen Feuilletons. Für treue Leser: Die Texte leben in Podcast und Nebenkanälen weiter. Für neue Leser: Ein konservativer Blick auf die Gesellschaft, der polarisiert, aber selten langweilt.
Der Widerspruch

Martenstein kritisiert Identitätspolitik und Gleichheitsdenken – und erntet dafür Hass. Aber genau diese Polarisierung hält ihn im Gespräch. Ohne die Kontroversen wäre er vermutlich längst vergessen.

Warum das zählt

Martenstein zeigt, dass eine journalistische Stimme auch ohne grosses Redaktionshaus überleben kann. Der Preis: Sie muss schärfer werden, lauter, kompromissloser. Das kostet Reichweite, aber bringt Treue.

Der Haken

Martensteins neue Plattformen sind weniger einflussreich als die ZEIT. Seine Stimme erreicht jetzt eine kleinere, aber aktivere Zuhörerschaft – das kann Fluch oder Segen sein.

Häufig gestellte Fragen

Ist Harald Martenstein verheiratet?

Ja, Harald Martenstein ist mit seiner Frau Petra verheiratet. Die Familie lebt in Berlin.

Hat Harald Martenstein Kinder?

Ja, er hat Kinder. Details zur Anzahl und zu Namen sind in den Medien nicht ausführlich dokumentiert.

Welche Bücher hat Harald Martenstein geschrieben?

Martenstein hat mehrere Romane und Sachbücher veröffentlicht, darunter Titel, die oft seinen ironischen Blick auf die Gesellschaft widerspiegeln.

Wie alt ist Harald Martenstein?

Harald Martenstein wurde am 9. September 1953 geboren. Er ist 71 Jahre alt (Stand 2024).

Was ist eine Kolumne?

Eine Kolumne ist ein regelmässiger Meinungsbeitrag in einer Zeitung oder Zeitschrift, in dem der Autor persönliche Ansichten zu aktuellen Themen äussert – oft mit einer satirischen oder zugespitzten Note.

Schreibt Martenstein noch für die ZEIT?

Nein. Martenstein beendete seine Kolumne im ZEITmagazin 2023 nach 24 Jahren. Er schreibt heute für den Tagesspiegel und die Welt am Sonntag.

Ist Harald Martenstein in der Politik aktiv?

Nein. Martenstein ist nicht politisch aktiv und es ist keine Parteimitgliedschaft belegt. Er äußert sich politisch nur in seinen Kolumnen und Podcasts.

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