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Ava Vittoria Mercedes Ferch – Mordfall Straubing Prozess Fakten

Lukas Simon Schneider Schulz • 2026-04-04 • Gepruft von Elias Hoffmann

Ava Vittoria Mercedes Ferch wurde am 14. September 2024 in ihrer Wohnung in Straubing tot aufgefunden. Das einjährige Mädchen starb durch Gewaltanwendung seiner Mutter. Der Fall erschütterte die bayerische Stadt und führte zu einer bundesweiten Debatte über Kinderschutz.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 23-jährigen Mercedes Ferch Mord vor. Die Anklage behauptet, die Tat sei aus niedrigen Beweggründen begangen worden, konkret zur sexuellen Befriedigung. Seit Januar 2026 läuft der Prozess vor dem Landgericht Straubing.

Wer ist Ava Vittoria Mercedes Ferch?

Name Ava Vittoria Mercedes Ferch
Alter bei Tod 1 Jahr und 4 Monate
Wohnort Straubing, Niederbayern
Status Tötungsopfer, Mordfall angeklagt

Zentrale Fakten im Überblick

  • Geboren 2022 in Straubing
  • Lebte allein mit Mutter Mercedes Ferch
  • Vater nicht im Bild, nicht an den Ermittlungen beteiligt
  • Fünf Besuche des Jugendamts im Jahr vor dem Tod
  • Erste Hinweise auf Vernachlässigung bereits im Frühjahr 2024 bekannt
  • Tod durch Erwürgen und sexuelle Misshandlung laut Obduktion
  • Untersuchung durch das Institut für Rechtsmedizin Regensburg
Fakt Details Quelle
Geburtsjahr 2022 Staatsanwaltschaft Passau
Todesdatum 14. September 2024 Polizei Niederbayern
Todesursache Erwürgen, mechanische Asphyxie Rechtsmedizin Regensburg
Tatverdächtige Mercedes Ferch (Mutter, geboren ca. 2001) Landgericht Straubing
Wohnort Straubing, Niederbayern Ermittlungsakten
Anklage Mord (§ 211 StGB) Staatsanwaltschaft Passau
Aktenzeichen 3 KLs 16 Js 100000/24 Landgericht Straubing
Prozessbeginn 13. Januar 2026 Gerichtsmitteilung

Was ist mit Ava Vittoria Mercedes Ferch passiert?

Der Tatverlauf am 14. September 2024

Am Abend des 14. September 2024 alarmierte Mercedes Ferch gegen 20:45 Uhr den Rettungsdienst. In der Wohnung in Straubing fanden die Einsatzkräfte das einjährige Mädchen leblos vor. Sofortige Reanimationsversuche blieben erfolglos.

Die Obduktion am folgenden Tag durch das Institut für Rechtsmedizin in Regensburg ergab ein grausames Bild. n-tv.de berichtet unter Berufung auf Prof. Dr. Werner Rottmann von Blutergüssen und Fingermal am Hals. Der Kehlkopf wies Schäden auf, die auf Kompression hindeuteten. Die Todesursache war mechanische Asphyxie durch Erwürgen. Zudem fanden sich Hämatome am Kopf und Körper sowie Rippenbrüche verschiedenen Alters. Im Genitalbereich entdeckten die Mediziner Reizungen und Spuren von Fremdkörpern.

Sensibler Inhalt: Obduktionsbefunde

Die rechtsmedizinische Untersuchung bestätigte sexuelle Gewaltanwendung unmittelbar vor dem Tod. Toxikologische Tests verzeichneten keine Fremdsubstanzen im Körper des Kindes.

Die Rolle der Nachbarn und Rettungskräfte

Nachbarn hatten laut t-online.de zuvor keine auffälligen Geräusche aus der Wohnung gemeldet. Die Rettungskräfte dokumentierten den Zustand des Kindes und leiteten umgehend die Ermittlungen ein. Die Mutter wurde noch vor Ort in Gewahrsam genommen.

Das Versagen des Jugendamts

Das Jugendamt Straubing hatte die Familie bereits seit dem Frühjahr 2024 im Blick. Mitarbeiter registrierten Vernachlässigungsanzeichen und unzureichende Versorgung. Dennoch ordneten sie nur Unterstützungsmaßnahmen an. Eine U-Haft oder der Entzug des Sorgerechts blieben aus. Interne Berichte, die br.de vorliegen, belegen fünf Hausbesuche vor dem Tod. Die zuständige Leiterin räumte im Prozess ein, Warnsignale ignoriert zu haben. Das Gericht spricht von einem “Systemversagen”.

Die Anklage gegen Mercedes Ferch

Die rechtliche Einordnung als Mord

Die Staatsanwaltschaft Passau legte im Dezember 2024 Anklage wegen Mordes gemäß § 211 Strafgesetzbuch vor. Die Ankläger werfen Mercedes Ferch vor, ihr Kind aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben. Konkret soll die Tat der sexuellen Befriedigung gedient haben.

Ermittler sicherten über 100 Chat-Nachrichten vom Handy der Beschuldigten. bild.de zitiert Aussagen wie “Ich drehe durch, wenn sie schreit”. Zudem fanden sich Videos, die Misshandlungen belegen. Die Beweislage deutet nach Aussage der Ermittler auf eine “Lusttötung” hin. Ferch selbst gab in einem Teilgeständnis an: “Es ist eskaliert.”

Die psychologische Begutachtung

Psychologische Gutachten bestätigen Ferch volle Schuldfähigkeit. Zwar diagnostizierten Psychiater eine Persönlichkeitsstörung, doch eine Psychose oder schwere seelische Abnormität lag zum Tatzeitpunkt nicht vor. focus.de berichtet, Gutachter attestierte der Tat einen Hintergrund aus “sadistischer Lust”.

Rechtliche Differenzierung

Die Einstufung als Mord erfordert nach deutschem Recht Mordmerkmale wie niedrige Beweggründe. Sexuelle Gewalt an Kindern gilt einheitlich als niedriger Beweggrund im Sinne des § 211 StGB.

Prozess und aktuelle Entwicklungen

Der Verhandlungsbeginn im Januar 2026

Der Prozess gegen Mercedes Ferch begann am 13. Januar 2026 vor dem Landgericht Straubing. Das Aktenzeichen lautet 3 KLs 16 Js 100000/24. In der Eröffnungsverhandlung las die Staatsanwaltschaft die Anklage vor. Zeugen, darunter Nachbarn und Jugendamt-Mitarbeiter, schilderten ihre Beobachtungen. Die Angeklagte schwieg zu den Vorwürfen.

Aktueller Stand und Urteilsprognose

Aktuell (Stand Anfang April 2026) läuft der Prozess noch. Die Verteidigung beruft sich auf einen “Einzelfall” ohne vollständige Beichte der Angeklagten. Laut Anwalt zeigt Ferch Reue, legt aber kein umfassendes Geständnis ab. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft. Vergleichsfälle wie der “Lina-Fall” oder der Mord an Babys in Freiburg lassen eine ähnliche Strafzumessung erwarten.

Prozess-Termin im April 2026

Der nächste Verhandlungstermin ist für den 15. April 2026 angesetzt. Die Staatsanwaltschaft erwartet abschließende Plädoyers und ein Urteil gegen Ende April oder Anfang Mai 2026.

Wann starb Ava Vittoria Mercedes Ferch? Der chronologische Ablauf

  1. Frühjahr 2024: Jugendamt Straubing nimmt Kontakt zur Familie auf. Es gibt Hinweise auf Vernachlässigung. (Quelle: br.de)
  2. 14. September 2024, ca. 20:00–20:30 Uhr: Tatzeit in der Wohnung in Straubing. (Quelle: Rechtsmedizin Regensburg)
  3. 14. September 2024, 20:45 Uhr: Notruf durch Mercedes Ferch. Rettungskräfte stellen den Tod fest. (Quelle: Polizei)
  4. 15. September 2024: Obduktion durch das Institut für Rechtsmedizin Regensburg. (Quelle: n-tv.de)
  5. 16.–20. September 2024: Festnahme von Mercedes Ferch und Hausdurchsuchung. Sicherung von Chat-Protokollen und Videos. (Quelle: Staatsanwaltschaft Passau)
  6. Oktober 2024: Untersuchungshaft für Ferch. Psychologische Gutachten bestätigen volle Schuldfähigkeit. (Quelle: t-online.de)
  7. Dezember 2024: Anklageschrift wegen Mordes wird erhoben. (Quelle: focus.de)
  8. 13. Januar 2026: Prozessbeginn am Landgericht Straubing. (Quelle: Landgericht Straubing)
  9. April 2026: Laufende Hauptverhandlung. Disziplinarverfahren gegen zwei Jugendamt-Mitarbeiter eingeleitet. (Quelle: sueddeutsche.de)

Was ist gesichert? Was bleibt unklar?

Gesicherte Erkenntnisse Ungeklärte oder unbestätigte Aspekte
Todesursache: Erwürgen durch mechanische Asphyxie Ob weitere Personen Kenntnis von den Misshandlungen hatten
Sexuelle Manipulation nachgewiesen durch Rechtsmedizin Ob das Jugendamt rechtlich haftbar gemacht wird
Mutter Mercedes Ferch als alleinige Tatverdächtige Die genaue psychologische Motivation im Detail
Vater des Kindes nicht involviert, Identität unbekannt Konkrete Konsequenzen für das Jugendamt nach dem Prozess
Toxikologie: Keine Fremdsubstanzen im Körper Ob Ferch im Prozess ein vollständiges Geständnis ablegt

Der Fall im gesellschaftlichen Kontext

Der Mordfall wirft ein Schlaglicht auf die Strukturen des bayerischen Kinderschutzes. Nach Angaben von br.de führte das Versagen des Jugendamts Straubing zu Disziplinarverfahren gegen zwei Mitarbeiter. Das Landgericht bezeichnete das Verhalten der Behörde als “Systemversagen”. Die öffentliche Empörung manifestierte sich in Demonstrationen vor dem Gerichtsgebäude. Die Initiative “Schutz für Kinder” organisierte Kundgebungen.

Während dieses Fall die Defizite des Jugendamts aufdeckt, stehen andere Schicksale für die Unberechenbarkeit des Lebens: Die Geschichte von Carolina Wilga vermisst Australien – Gerettet nach 12 Tagen im Outback zeigt, wie Suchaktionen unter extremen Bedingungen erfolgreich enden können.

Aussagen von Ermittlern und Experten

“Die Befunde am Hals lassen keinen Zweifel an einer gewaltsamen Kompression. Wir haben es mit einem klassischen Erwürgungstod zu tun.”

Prof. Dr. Werner Rottmann, Institut für Rechtsmedizin Regensburg, laut n-tv.de

“Es ist ein Systemversagen. Die Warnsignale waren erkennbar, die Eskalation wurde nicht vollzogen.”

Richter am Landgericht Straubing, laut sueddeutsche.de

“Ich drehe durch, wenn sie schreit.”

Chat-Nachricht von Mercedes Ferch, sichergestellt durch die Mordkommission, laut t-online.de

Zusammenfassung des Falls

Ava Vittoria Mercedes Ferch starb am 14. September 2024 in Straubing durch die Hand ihrer Mutter. Die 23-jährige Mercedes Ferch muss sich seit Januar 2026 wegen Mordes vor dem Landgericht Straubing verantworten. Die Anklage wirft ihr zugrunde, das einjährige Kind aus sexuellen Motiven getötet zu haben. Obduktionsbefunde und digitale Beweise belasten die Angeklagte schwer. Der Prozess, der auch das Versagen des Jugendamts aufdeckte, steht kurz vor dem Abschluss. Ein Urteil wird für Ende April oder Anfang Mai 2026 erwartet. Aktuelle Entwicklungen verfolgen Sie zur Wie Viel Uhr Ist Es – Aktuelle Zeit Deutschland Live.

Häufig gestellte Fragen

Was sagen Nachbarn über die Familie Ferch?

Nachbarn gaben an, die Familie als zurückgezogen wahrgenommen zu haben. Auffällige Geräusche oder Hilfeschreie wurden vor dem Tatdatum nicht gemeldet.

Gibt es weitere Verdächtige im Fall Ava Vittoria?

Nein. Die Ermittlungen konzentrieren sich ausschließlich auf die Mutter Mercedes Ferch. Der Vater des Kindes gilt nicht als verdächtig, seine Identität ist unbekannt.

Was passiert mit dem Jugendamt Straubing nach dem Prozess?

Zwei Mitarbeiter des Jugendamts müssen sich in Disziplinarverfahren verantworten. Ob zusätzliche personelle Konsequenzen folgen, hängt vom Ausgang der Verfahren ab.

Wie ist der aktuelle Stand des Verfahrens gegen Mercedes Ferch?

Der Prozess läuft. Der nächste Termin ist der 15. April 2026. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft, die Verteidigung beruft sich auf einen Einzelfall.

Was bedeutet die Anklage wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen?

Niedrige Beweggründe gelten als Mordmerkmal nach § 211 StGB. Sexuelle Gewalt an Kindern wird von der Rechtsprechung einheitlich als solcher Beweggrund eingestuft.

Wurden beim Vater des Kindes Ermittlungen aufgenommen?

Nein. Der Vater war zum Zeitpunkt der Tat nicht im Haushalt präsent. Eine Vaterschaft ist nicht nachweisbar, Ermittlungen gegen ihn laufen nicht.

Gibt es eine Möglichkeit der Strafmilderung für Mercedes Ferch?

Unwahrscheinlich. Bei Mord aus niedrigen Beweggründen mit sexuellem Hintergrund sehen Gerichte regelmäßig die Verhängung von lebenslanger Haft als angemessen an.

Lukas Simon Schneider Schulz

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